Jan 24, 2009
Potenziale digitaler Kommunikation
Potenziale digitaler Kommunikationsangebote in Beziehung und Relation zu
dem untersuchten Kommunikationszenario setzen - ggf.
Handlungsempfehlungen geben
Beschäftigt man sich eine gewisse Zeit mit Web2.0, scheint einem eine soziale Plattform zum Informationsaustausch mit anderen Personen unabdingbar. Doch sind solche Plattformen auch sinnvoll für Unternehmen? In diesem Beitrag setze ich mich mit dem Einsatz von Corporate Blogs in Unternehmen. In einem früheren Beitrag für die Veranstaltung Digitale Kommunikation habe ich die Funktionen eines Blogs beschrieben, kurz gefasst, ein Blog soll in erster Linie ehrliche, reale und bedeutsame Informationen an den Kunden vermitteln. Betrachtet man den folgenden Zyklus beim Erwerb eines Autos, ist es klar erkennbar, dass die Informationsversorgung in vielen Abschnitten wichtig ist.
(Danke an Daniel für die Quelle)
Potentiale im Kaufprozess
Kontaktphase/Evaluation/Kaufphase - Vertrauen erwecken:
Die Kommunikation der Marke führt dazu, dass der Nutzer sich im laufe der Informationsbeschaffung aufgrund der Offenheit und Ehrlichkeit der Marke nähert und sich mit der Marke identifiziert. Fehlt solche Informationsvermittlung bei anderen Herstellern, ist der Effekt umso größer.
Nutzungsphase - Kundenbindung:
Durch das erweckte Vertrauen fühlen sich die Konsumenten in das Geschäft eingebunden. Nicht das einzelne Auto ist wichtig, sondern das Produkt in seiner Gesamtheit als Marke. In den letzten Jahren hat sich dank Internet und sozialen Plattformen die Eigenschaft unter den Nutzern verbreitet, die Informationen zu Produkten bzw. Marken aufgrund der Vielfalt der entstandenen Kommunikationswegen diversifiziert zu beschaffen. Nutzt ein Unternehmen das Blog als eine Informationsquelle, erschafft es einen zusätzlichen Kanal, der einen wichtigen Mehrwert für den Konsumenten darstellt.
Potentiale in der Krisenzeit
Die Finanzkrise ist aktuell und betrifft wohl alle Unternehmen, in absoluter Mehrheit negativ, in Einzelfällen positiv, z.B. Nokia, durch die Insolvenz kleinerer Anbieter in bestimmten Dienstleistungsbereichen oder Schwäbisch Hall, mit einem Rekordgeschäft im Jahr 2008. Beide Auswirkungen können nicht bloß durch generische Pressemitteilungen, sondern auch durch die Eindrücke der Mitarbeiter geschildert werden. Dies erweckt womöglich mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit, als ein Presse- oder ein Zeitungsartikel (das meistens - Achtung, Vermutung - auf denselben Pressemitteilungen basiert) je im Stande sein wird. Auch für Journalisten ist es möglicherweise eine weitere nützliche Informationsquelle. Das Unternehmen gewinnt somit eine weitere Gelegenheit, sich in der Öffentlichkeit richtig darzustellen.
Potentiale für die aktuellen und potentiellen Mitarbeiter
In den Artikel im Daimler-Blog beschäftigen sich die Mitarbeiter mit solchen Fragen wie:
• Welche Auswirkung hat der Produktionsstopp auf mein Arbeitszeitkonto?
• Wie läuft das mit den Abfindungen ab?
• Und wie es im Jahr 2009 weiter geht?
Die Diskussionen, die intern im Unternehmen entstehen, werden nach Außen getragen und in solchen Fällen muss das nichts Schlimmes heißen. Im Gegenteil, für die potentiellen Mitarbeiter wird die offene Kommunikation erst auf solch einer Plattform überhaupt sichtbar.
Kritik
Dies sind alles Potentiale, die sich positiv auf die Öffentlichkeit auswirken. Kritisch betrachtet kann man allerdings sagen, dass die Blogger doch unter dem Einfluss vom Unternehmen stehen und die absolute Wahrheit natürlich nicht erwartet werden darf. Desweiteren ist fraglich, ob die kaufstarke Zielgruppe erreicht wird und in Betracht der Tatsache, dass die Einflüsse schwer messbar ist, wie sich die angebotenen Informationen auf die Konsumenten auswirken.
Fazit
Im Zeitalter der vernetzten Kommunikation ist es unentbehrlich, die neuen Kommunikationskanäle zu nutzen. Die Folgen des Verzichtes darauf können verheerender sein, das Unternehmen verliert den Bezug zur digitaler Realität - web2.0 ist mit seiner informationellen Macht schon längst da. Die Unternehmen müssen die Potentiale erkennen und sich auf die sozialen Plattformen einlassen und verlassen, um die Initiative der Informationsvermittlung nicht an andere Faktoren wie Communities und Fremdblogs zu verlieren.
Update: Welche Rolle die Meinung der Mitarbeiter über das Unternehmen und der Medien im Allgemeinen spielt und wie wichtig es ist, dies zu berücksichtigen und darauf einzugehen, wobei ein Blog die schnellste Verbreitungsquelle dafür wäre, zeigt folgende Studie. Via kosmar via daily-digital-dose.de:
Noch immer erkennen viele Manager die Chancen und Risiken des Internets nicht. Neben Mitarbeitern können Kunden, aber auch Blogger oder Journailsten den Ruf eines Unternehmens schaden. Wer hier vorzeitig informiert ist, ist klar im Vorteil.
* Download der Studie
* Download der Executive Summary
* Website zur Studie
* Artikel auf Welt Online
Im Anschluss noch ein Beitrag zum Thema Corporate Blogs. Viel Spaß!

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